Bildvermessung

Réseaumessung von Bildern analoger Messkameras

Automatisch gemessene Réseaukreuze einer Leica R5 ELCOVISION

Bei Bildern analoger metrischer Kameras ist der Prozess der Réseaumessung  in ELCOVISION 10 hoch automatisiert. In diesem Fall kompensiert die Réseaumessung eine Reihe von verfälschenden Einflüssen, wie z.B. die Nichtplanlage des Filmes in der Kamera, die Verzerrungen und Stauchungen des Filmmaterials durch den Entwicklungsprozess, und die Nichtlinearitäten des Scanners beim Einscannen des entwickelten Bildes etc. Diese Fehler sind zwar sehr klein und mit freiem Auge nicht erkennbar, jedoch verhindern sie präzise Messungen.

In den analogen metrischen Kameras ist zu diesem Zweck eine so genannte Réseaugitterplatte eingebaut, deren hochpräzise eingeätzten Réseaukreuze bei der Aufnahme automatisch mitbelichtet werden.

Réseaugitter einer Leica R5 ELCOVISION
Réseaugitter einer Leica R5 ELCOVISION

Da die Lage der Réseaukreuze äußerst exakt bekannt ist, kann durch die Messung der tatsächlichen Lage der Réseaukreuze im Bild eine mathematische Kompensation der oben genannten Fehler gefunden werden. Dieser Prozeess wird von ELCOVISION 10 weitestgehend automatisiert durchgeführt. Die Réseaukreuze werden dabei von ELCOVISION 10 vollautomatisch mit hoher Subpixelgenauigkeit gemessen und dann basierend auf der Anzahl und der geometrischen Verteilung der erfolgreich gemessenen Réseaukreuze eine optimale Réseautransformation durchgeführt:

  • Helmert: Kompensiert eine Filmdrehung, die Filmverschiebung in der Kamera und einen Maßstabsfaktor (Filmstauchung).
  • Affin: Kompensiert zusätzlich einen weiteren Maßstabsfaktor (Filmstauchung) und eine weitere Drehung des Filmes.
  • Projektiv: Kompensiert zusätzlich perspektive Verzerrungen durch die Filmentwicklung.
  • Polynomial: Kompensiert zusätzlich radial symmetrische Deformationen und lokale Deformationen durch die Filmentwicklung.

Als Sonderfall gibt es noch die Réseaumessung von Bildern nicht metrischer analoger Kameras wie z.B. Bildern  normaler Amateurkameras oder historische Aufnahmen. Hier werden die Bildecken als Réseaumarken gemessen. Je genauer dabei die Negativgröße bekannt ist, desto besser kann das Bild später in die Orientierungsmessung eingeführt werden.